50te Bamberger Mahnwache Asyl

Die Bamberger Mahnwache Asyl am kommenden Montag, 23. Juli ist unsere 50igste!

Leider kein Grund zu feiern. Wir haben erleben müssen, wie bestens integrierte Schüler aus Bamberg nach Afghanistan abgeschoben wurden, die Abschottung Europas Menschen im Mittelmeer das Leben kostet, Seenotretter ihre Arbeit einstellen müssen, Ausbildungs- und Arbeitserlaubnisse trotz hervorragender Schulabschlüsse nicht erteilt werden, die AEO als Vorzeigeeinrichtung von AnKer-Zentren fungiert und gleichzeitig die psychischen Folgen dieser Massenunterbringung Menschen gefährdet, wie verschärfte Abschiebung- und Abschottung als Wahlkampfinstrument eingesetzt werden, wie Menschenrechte hier bei uns in Gefahr geraten und individuelle Lebensgeschichten nichts mehr zählen. In 50 Mahnwachen haben wir uns damit auseinandergesetzt, haben versucht genau hinzusehen, haben eindrückliche Beiträge von Geflüchteten gehört, uns ist vielfältige Musik geschenkt worden, wir haben innegehalten und uns von Poesie und Literatur einen Spiegel vorhalten lassen. Die Mahnwachen sind zu einem verlässlichen Ort der Vernetzung, der Stärkung und des Widerstandes geworden. Sie sind für uns ein Ort an dem Zivilgesellschaft für Menschenrechte eintritt und zwar für alle Menschen, die in diesem Land leben. Es überrascht uns immer wieder wie viele Menschen Montag für Montag zu den Mahnwachen kommen und wie selbstverständlich sich das Programm zusammenfügt. Das ist ein großer Schatz, den wir hier in Bamberg haben.

Die 50igste Mahnwache wollen wir wie bereits im letzten Sommer als Mahlwache gestalten. Herzliche Einladung an festlich gedeckten Tischen auf dem Gabelmann um 18 Uhr zur Mahlwache Platz zu nehmen. Mitgebrachtes Essen und Getränke werden geteilt. Bitte Geschirr und eigene Verpflegung selber mitbringen. Tischreden und -musik setzen ein Zeichen für eine menschenwürdige Asylpolitik. Unter anderem werden der Bamberger Dekan Hans-Martin Lechner und Landtagsabgeordnete und asylpolitische Fachfrau Christine Stamm, sprechen. Der Schauspieler Martin Neubauer wird gemeinsam mit dem Tubaisten der Bamberger Symphoniker, Heiko Triebener, literarisch und musikalisch Aufrüttelndes und Nachdenkliches auftischen und Poesie von Geflüchteten wird zu hören sein. Daher kommt, bringt Familie und Freunde mit und zeigt, wie in aller Vielfalt gemeinsam gegessen und geteilt wird.

Das Mahnwachenteam

Netzwerk Bildung & Asyl
Freund statt fremd
Interreligiöse Fraueninitiative