Dieses Geld macht seit 15 Jahren Freude und bewirkt Gutes

Tue Gutes – und rede darüber. Zum 15. Jubiläum zieht die Stiftung Erlöserkirche eine erfreuliche Bilanz: Aus einem Anfangskapital von 5000 Euro, das die Kirchengemeinde 2004 als Startkapital zur Verfügung gestellt hatte, ist inzwischen ein festes Grundkapital von 365.000 Euro geworden. 88.000 Euro an Erträgen hat die Stiftung Erlöserkirche in dieser Zeit ausgeschüttet.

Der größte Teil floss mit gut 68.000 Euro in den Bereich Kirche und Gemeindezentrum. 2010, als das Gemeindezentrum renoviert wurde, konnte damit die Inneneinrichtung finanziert werden. Auch die Anschaffung einer neuen Lautsprecheranlage und der barrierefreie Eingang in die Kirche wurde aus Mitteln der Stiftung unterstützt. Derzeit wird eine Rücklage für eine energiesparende Erneuerung der Kirchenbeleuchtung gebildet.

Ein besonderes Anliegen ist der Stiftung, nicht nur in die Infrastruktur der Kirche, sondern konkret in das Gemeindeleben zu investieren. Hier steuerte die Stiftung insgesamt 7000 Euro bei. „Mit den Erträgen wurden zum Beispiel die Gemeindefreizeiten subventioniert, damit sich auch Familien mit Kindern die Teilnahme leisten konnten. Ebenso wurden finanzschwächere Konfirmandeneltern unterstützt, damit ihre Kinder das Gemeinschaftserlebnis  ,Konfiburg‘ erleben durften“, berichtet die geschäftsführende Pfarrerin der Erlöserkirche, Anette Simojoki. Mit 7.500 Euro förderte die Stiftung darüber hinaus die Arbeit der Integrationstagesstätte Löwenzahn und finanzierte Plätze für die Hausaufgabenbetreuung von Migrantenkindern. „Ohne die Stiftungsmittel könnte in unserer Gemeinde manches Sinnvolle einfach nicht stattfinden. Dafür sind wir sehr dankbar“, betont Simojoki.

Die Idee zur Stiftungsgründung hatte der frühere Pfarrer Günther Schardt. „In Anbetracht des unsicheren Kirchensteueraufkommens errichtete der Kirchenvorstand der Erlöserkirche im Jahr 2004, 70 Jahre nach Erbauung der Erlöserkirche, eine Stiftung, die einen eigenen finanziellen Beitrag zum Bauunterhalt und zum Gemeindeleben der Erlöserkirche leisten soll“, heißt es in der Präambel der Stiftungssatzung.  „Mein Ziel war es, mit der Verabschiedung in den Ruhestand das Grundkapital von 5000 auf 30.000 Euro zu erhöhen. Als ich im Januar 2013 verabschiedet wurde, betrug das Stiftungskapital fast 250.000 Euro“, erinnert sich Schardt dankbar an das überwältigende Vertrauen der Zustifterinnen und Zustifter. Gemeinsam mit Waldemar Hans, dem langjährigen Vertrauensmann des Kirchenvorstands und Beiratsvorsitzenden, kümmert sich Schardt noch heute darum, dass das der Stiftung anvertraute Geld gewinnbringend, aber vor allem sicher und solide angelegt wird.

Über die Verwendung der Erträge – das Grundkapital selbst darf nicht angetastet werden – entscheidet der Stiftungsbeirat mit. Er setzt sich aus Zustiftern zusammen, die das Grundstockvermögen um mindestens 2500 Euro erhöht haben. Der Beirat macht dem Kirchenvorstand, der die Gelder verwaltet, einen Vorschlag und dieser beschließt dann endgültig, was mit dem Geld gemacht wird. Aber nicht nur der Stiftungsbeirat und der Kirchenvorstand überprüfen die Finanzen. Die Stiftung unterliegt zusätzlich auch der kirchlichen Stiftungsaufsicht, die die satzungsgemäße Verwendung der Gelder kontrolliert. „Uns ist größtmögliche Sicherheit wichtig, damit uns die Menschen auch weiterhin vertrauen“, bekräftigt Pfarrerin Simojoki und wirbt um weitere Zustiftungen. Sie verweist darauf, dass – im Vergleich zu manch anderen Stiftungen – für die Verwaltung keine Gelder abgezogen oder einbehalten werden. Und: Zustiftungen in den Vermögensstock sind in voller Höhe von der Einkommenssteuer absetzbar – und nicht wie bei Spenden nur bis zu einem bestimmten Prozentsatz. Auch im Testament kann man die Stiftung bedenken.

„Die Stiftung Erlöserkirche hilft uns, eine lebendige Gemeinde zu sein und viel Gutes zu tun“, bilanziert Simojoki anlässlich des 15-jährigen Bestehens. Und sie versichert: „Eine segensreiche Verwendung der Gelder ist gewährleistet.“

Foto: Familie Thamm freut sich über den barrierefreien Eingang in die Erlöserkirche, der mit Erträgen aus der Stiftung mitfinanziert wurde.

Information zur Stiftung: http://erloeserkirche-bamberg.de/stiftung-erloeserkirche

(Text und Bild: Andrea Grodel)