Stellungnahme und Aufruf zur Versachlichung der ANKER-Diskussion

Bunt und auf gutem Grund
Bildrechte N. Schreiber

Der zukünftige Umgang mit der ANKER-Einrichtung Oberfranken beschäftigt die Bamberger Stadtgesellschaft außerordentlich. Es ist richtig, den Sorgen der Anwohner*innen im Bamberger Osten die erforderliche Aufmerksamkeit zu geben. Sprachrohr für deren Interessen zu sein, ist die politische Aufgabe der gewählten Mandatsträger*innen.
Rassistisch konnotierte Vorschläge dienen jedoch nicht zur Problemlösung. Sie sind vielmehr ein deutlicher Widerspruch zu unserer demokratischen Grundordnung.
Eine pauschale Kriminalisierung der Bewohner*innen des ANKER entbehrt nicht nur statistischer Grundlage, sie diskriminiert vielmehr die Menschengruppe der Geflüchteten.
Menschen nachts wie in einem Käfig im ANKER einzusperren, wie es nun die BuB-Fraktion fordert, ist ein zutiefst inhumaner Akt. Ein solches Ansinnen entmenschlicht sowohl die Bewohner*innen dieser Einrichtung als auch die Träger eines solchen Vorschlags. Denn zur Ebenbildlichkeit Gottes im Menschen gehört neben der Würde für sich selbst auch der würdevolle Umgang mit den Fremden.
Daher fordere ich/fordern wir eindrücklich eine Mäßigung und Versachlichung der Diskussion zum Wohle aller in Bamberg lebenden Menschen.


Sabine Hirschmann, Dekanin        

Hubertus Schaller, Koordinationsstelle Asyl und Migration